Humble Bundle – 15.08.2013

Beim Humble Bundle gibt’s seit heute wieder feine Spiele zum kleinen Preis – wenn man es denn will. Das Prinzip hinter der Aktion, die etwa jede oder jede zweite Woche neue Spielepakete anbietet, folgt nämlich eigentlich dem Wohltätigkeitsgedanken [wer mit dem Wort nichts anfangen kann, bei dem klingelt vielleicht bei 'charity' die eine oder andere Glocke...]. Sprich: ihr zahlt mindestens einen Dollar und erhaltet dafür ein paar Spiele; zahlt ihr überdurchschnittlich viel, gibt’s noch einen Bonus dazu – meistens noch mehr Spiele; an und wann gibt es sogar eine dritte Stufe mit – richtig – einem weiteren Bonus. Das ganze wird auf der Homepage aber auch erklärt und die jeweiligen Preisgrenzen angezeigt.
Das ganze funktioniert bei mir wunderbar und sofern ihr euch mit Steam und/oder Origin anfreunden oder zumindest abfinden könnt, kann man sich hier wirklich tolle Spiele zum kleinsten Preis sichern und/oder etwas für den guten (amerikanischen) Zweck tun. Ihr könnt sogar festlegen, welcher Teil eures Geldes an wohltätige Zwecke, die Spieleentwickler oder an die Humble Bundle Aktion fließen soll.
Im Klartext heißt das momentan, dass man schon für ganze 78c (ja, Cent) die Spiele “Dead Space”, “Dead Space 3″, “Burnout Paradise”, “Crysis 2″, “Medal of Honor” und “Mirror’s Edge” ergattern kann. Wer etwa 3,71€ bezahlt, bekommt zusätzlich “Battlefield 3″ und “Die Sims 3″. Zuschlagen lohnt sich also definitiv, sollte man die Spiele nicht schon zum besitzen.
Manchmal lohnt sich auch ein Blick auf die Parallelaktion Humble Weekly, denn hier gibt’s mitunter auch sehr interessante Titel nach dem gleichen Prinzip. Und wer nicht dauernd nachschauen möchte oder Angst hat, ein tolles Angebot zu verpassen, kann sich auch für den Newsletter anmelden. Viel Spaß! :-)

Steinkind live @ RUB

Man tut sich nicht unbedingt leicht damit, den musikalischen Stil von Steinkind zu beschreiben. Oft kommt eine Mischung aus EBM, Elektro und Rock(‘n’Roll) dabei heraus – was irgendwo stimmen mag, gerne aber auch den Anschein erweckt, einach von dem übernommen worden zu sein, der das als erster so geschrieben hat. Klar wird dabei aber, dass man es hier mit (leider) alternativer Musik zu tun hat – also mit Musik, die fernab des Pop-Zirkus’ das Qualitätsfähnchen aufrecht hält. Man changiert dabei zwischen Sozialkritik, Reflexionsanreizen und Party-Phrasen, stets in absolut feier- und tanzbare Soundarrangements verpackt.

Die Gelegenheit ist ausgesprochen günstig – und das in jeder Bedeutung des Wortes. Am 14.12.2012 gastieren Steinkind nämlich im Kulturcafe der Ruhr-Universität Bochum – und das für ganze 3,00 Euro an der Abendkasse. Ein weiter Weg von Leipzig bis “tief in den Westen” und umso erfreulicher, dass das Kulturcafe diesen Leckerbissen an Land ziehen konnte.

Dieser Artikel findet sich auch bei gelsenclan.de

Kaufempfehlung

Hier eine Kaufempfehlung für ein sehr gutes Buch, das ich vorab bereits ein paarmal lesen “durfte”. ^^ Herzlichen Glückwunsch an die Autorin und Hut ab vor dieser großartigen Leistung. :-)


Sabine Leick: Biofunktionale Hüllschichten und Mikrokapseln – Bildungskinetik, rheologische Eigenschaften und induzierter struktureller Abbau

Runes of Magic – ein Requiem

Um es mal auf den Punkt zu bringen: ich hab’ die Schnauze voll von Runes of Magic. Eigentlich schon lange. Aber irgendwie kommt man doch immer wieder zurück. Man kennt die Leute in seiner Gilde; man hatte und hat gemeinsam so viel Spaß, dass es all die Fehler des Spiels tatsächlich nicht schaffen, einem dauerhaft die Freude zu verderben. Denkt man. Doch irgendwann läuft selbst das größte Fass einmal über und im Rückblick ist es wieder einmal erstaunlich, wieviele Unverschämtheiten vom Publisher man ausgehalten hat, welchen Dilettantismus man so lange ertrug und wie (finanziell) erfolgreich ein qualitativ minderwertiges Produkt werden kann, wenn man genug “Freunde” hat, die es in ihren Online- und Printausgaben schönreden.
Ich will hier jetzt gar keinen großen Rückblick starten. Allzu viel habe ich zu dem MMORPG hier eh nicht geschrieben, wie man hier sieht. Ich will nicht all die Fehler auflisten, die teilweise schon so lange bekannt sind und trotzdem nicht behoben wurden und auch nicht behoben werden. Ich will mich nicht über kritische Fehler und Spielabstürze im Minutentakt auslassen, über all die Ärgernisse im Balancing referieren oder dem Kundenservice, der Qualitätssicherung und dem Community-Managment die Bloßstellung zukommen lassen, die sie so sehr verdienen. Ich will auch nicht weiter auf die Zensur im offiziellen Forum eingehen oder die mehr als fragwürdige Berichterstattung in einschlägigen PC-Spielemagazinen. Ich will einen Schlussstrich ziehen, da ich nach den jüngsten Unverschämtheiten seitens des Supports jedwede finanzielle Investition in das Spiel eingestellt habe und damit als Element des Gruppenspiels alsbald faktisch nicht mehr zu gebrauchen bin.
Zeitlich kommt dieser Absprung eigentlich recht gelegen. Aion wird genau heute ebenfalls auf ein Free2Play-Modell umgestellt, von Rift gibt es eine kostenlose Lite-Version und generell scheint die halbe Republik sehnsüchtig der Veröffentlichung von Guild Wars 2 entgegenzufiebern – ich ebenfalls. An der Verlosung für einen Beta-Key habe ich teilgenommen, aber die Gewinnchancen dürften doch recht gering ausfallen…
Es tut sich also was auf dem MMORPG-Markt. Der Primus World of Warcraft bekommt zusehends Konkurrenz, zuletzt von Star Wars – The Old Republic. Diesen Druck bekommen aber alle zu spüren, Rift senkte z.B. zuletzt die Abo-Gebühren, um sich Marktanteile zu sichern. Es bleibt zu hoffen, dass von dieser Konkurrenz und Marktbelebung der Kunde/Spieler auch in Zukunft profitiert – sei es durch geringere Kosten, eine bessere Qualität, gefallende Innovationen oder bestenfalls alles zusammen.
Auch wenn mir der Abschied von liebgewonnenen Menschen schwerfallen wird, scheint es doch die beste Zeit zu sein, um etwas Neues anzufangen. Mit welchem MMORPG ich an Eurer Stelle allerdings nicht mehr anfangen würde, dürfte nun klar sein. ;-)

Melodien aus dem Brotkasten

Im Rückblick besinnt man sich gerne auf Wurzeln. Heute sind Computer allgegenwärtig und mitunter so klein, dass man sie kaum noch wahrnimmt. Man kann darüber streiten, wie, wan und wo der heutige Stand der Technik seinen entscheidenden Ausgangspunkt genommen hat. Aber man kann nicht darüber streiten, dass die 1980er Jahre eine ungemein prägende Rolle in der Veralltäglichung des Computers gespielt haben. In der Literatur feierte der Cyberpunk seine Hochzeit, Kraftwerk standen als Pioniere der elektronischen Musik mit dem Album Computerwelt in den Charts und in Wargames durfte Matthew Broderick Tic Tac Toe gegen einen Computer spielen, um einen realen Atomkrieg abzuwenden. Die Entwicklung der Heimcomputer führte dazu, dass solche Geräte kleiner und bezahlbar wurden und der Computer dadurch auch im privaten Bereich kontinuierlich an Bedeutung gewann.
Der wohl populärste Vertreter solcher Heimcomputer war und ist der Commodore 64 – kurz: C64. Der wegen seiner Bauweise oft auch liebevoll als „Brotkasten“ bezeichnete Rechner konnte sich nicht zuletzt dank seines vergleichsweise günstigen Preises als meistverkaufter Heimcomputer der 80er Jahre durchsetzen und Jugendlichen wie Junggebliebenen unzählige Stunden Spielspaß bescheren. Die Faszination am C64 vereinte Spieler, Anwender und Bastler, die seine technischen Möglichkeiten immer weiter ausreizen wollten. Schon damals gab es Gruppen, die jedem Kopierschutz den Garaus machen wollten. Ihre Erfolge schmückten sie, indem sie dem jeweiligen Spiel ein eigenes Intro hinzufügten und darin Freunde grafisch wie musikalisch grüßten. Später führte die Begeisterung für solche Kompositionen dazu, dass in der neu entstandenen Demo-Szene einzelne Gruppen audiovisuelle Kunstwerke programmierten, die nicht mehr als Vorspann für ein Computerspiel genutzt wurden, sondern einzig zum Selbstzweck existierten – und den szeneinternen Ruf der Programmierer steigern sollten. Möglich wurde dies überhaupt erst durch den eigens entwickelten SID-Chip, der den C64 von seinen schlicht piepsenden Vorgängern abhob und zu so etwas wie einem kleinen Synthesizer machen konnte, der tatsächlich elektronische Musik statt bloßer Töne erzeugte.
Die technischen Möglichkeiten des C64 passten generell zum Musikgeschmack der 80er Jahre, elektronische Tanz- und Popmusik war auf dem Vormarsch. Computermusiker wie Rob Hubbard und Chris Hülsbeck versorgten Spiele mit eingängigem Sound und Melodien solcher Klassiker wie Commando, International Karate, The Great Giana Sisters oder Turrican versetzen den Spieler von damals auch heute noch in die Tage seiner Jugend vor dem C64 – ein Proust’scher Madeleine-Moment in 8 Bit. Tatsächlich war die Begeisterung für die Musik zu jener Zeit dermaßen stark, dass sie mitunter das eigentliche Spiel in den Hintergrund des Interesses treten ließ. Diese Musik sollte Spuren hinterlassen.
Auch nach der großen Zeit des C64 beschäftigten sich Enthusiasten mit seiner Musik und entsprechende Referenzen finden sich heute neben der eigenen 8-Bit-Szene auch immer wieder in diversen elektromusikalischen Strömungen der Gothic-Szene, die ja ebenfalls ein Kind der Achtziger ist. Direkte Einflüsse auf die heutige Musik gibt es bei Bands von A bis Z, von einer C64-Songversion der norwegischen Future-Pop-Combo Apoptygma Berzerk bis hin zum Hit Kernkraft 400 des deutschen Projekts Zombie Nation, bei dem die Melodie dem C64-Spiel Lazy Jones entnommen wurde. Bands wie 8 Bit Weapon oder Welle: Erdball gehen noch einen Schritt weiter: sie nutzen auch heute noch einen C64 zur Produktion ihrer Songs. Die Faszination an SID-basierter Musik hält sich damit nun bereits seit etwa 25 Jahren. In dieser Zeit haben sich Möglichkeiten des Konsums und Genusses ausgefächert. Wem die aktuelleren Interpretationen der zuvor genannten Bands zu fortschrittlich sind, der findet im Internet Radiostationen, die rund um die Uhr die Spielemusik der Achtziger senden – Originalversionen, Remixe oder Eigenkompositionen. Wer es hingegen bombastisch mag, war im Jahr 2008 vielleicht beim ersten Spielemusikkonzert der Welt zugegen, das Titel von Chris Hülsbeck mit 120 Orchestermusikern spielte – und nach sechs Tagen ausverkauft war. Musik und Songs der C64-Ära wissen also auch heute noch zu bezaubern und retten ein Stück der „guten alten Zeit“ in die Gegenwart. Oder wie es in einem C64-Fanvideo heißt: „All we have left now are the nostalgia of the times we all loved. But we still remember the music. And the music was the force in ‘em all.“
Doch nicht nur die Musik, sondern die ganze C64-Szene lebt. Emulatoren bringen die Spiele von damals auf heutige Computer, Internetforen ermöglichen Interessierten den globalen Austausch und in der Demo-Szene, die sich mittlerweile weiterentwickelt und auf andere Systeme ausgebreitet hat, nimmt der C64 eine überaus beliebte Sparte ein. Aktuelle C64-Romane versorgen die verblassten Erinnerungen wieder mit frischer Farbe und tatsächlich geht der Retro-Kult um den C64 soweit, dass es sogar eine C64-App für das iPhone von Apple gibt – ausgerechnet Apple, dem größten Konkurrenten von Commodore in den Achtzigern.