Beitrags-Archiv für die Kategory 'Gesellschaft'

Was ihr wollt! Ein kleiner Rundumschlag

Sonntag, 21. Februar 2010 11:45

Hier tut sich in letzter Zeit nicht mehr viel. Das ist richtig. Dafür gibt’s wahrscheinlich ‘ne ganze Reihe von Gründen, die ich hier jetzt aber nicht aufbröseln und darlegen mag. Letztendlich dürften sie auch kaum interessant sein - jedenfalls für den Leser. Wichtig oder zumindest wesentlich ist somit unter dem Strich, dass sich hier wieder frischer content findet und das Generieren solcher Inhalte wird durch die vorangegangene Blog-Pause nicht unbedingt erleichtert. Also schauen wir mal zusammen, wie gut (oder eben schlecht) ich wieder ‘reinkomme. Um mir den Einstieg etwas zu erleichtern, folgt nun ein relativ unspezifischer Rundumschlag aktueller Themen oder solcher aus jüngerer Vergangenheit. Viel Spaß! :-)
Wo ich anfange, ist also trivial. Mir kam grade der Wirbel um “Axolotl Roadkill” in den Sinn, also werde ich hiermit mal meinen Startschuß abgeben. “Axolotl Roadkill” wurde vom Feuilleton als ein erfrischender und sprachgewandter Erstlingsroman der Jungautorin Helene Hegemann gefeiert und als vermeintlicher literarischer Knaller in die Bestseller-Listen gehievt. Dann stellte sich heraus, dass die Autorin zumindest einige Auszüge aus dem Roman von einem Blogger geklaut/gestohlen/pirateriert hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass z.B. in den Leserrezensionen bei Amazon die Urheberrechtsverletzung selbstverständlich angeprangert wird, dass vor allem aber auch der vorab so hoch gelobte hochgelobte sprachliche Stil beim Leser durchfällt. Solche Vorwürfte kennt man zwar auch von den “Feuchtgebieten“, sie scheinen bei “Axolotl Roadkill” aber doch noch deutlich stärker auszufallen. Was letztlich bleibt, ist die Frage nach der zukünftigen Vereinbarkeit von literarischer Qualität aus der Sicht der Feuilletonisten mit jener der Leser. Oder ist es doch die Frage nach der Freiheit und Unabhängigkeit des Feuilletons von den Verlagen? Oder vielleicht gar eine Frage der Unterscheidung zwischen “reinem” und “barbarischen” Geschmack à la Bourdieu? “Axolotl Roadkill” dürfte ein Dasein als Aufhänger für eine Diskussion der Kunst- oder Ästhetiktheorie kaum zustehen, aber vielleicht sollte das deutsche Feuilleton seine Arbeit in dieser Richtung überdenken.
Und dann gab’s mal wieder einen Toten an einer deutschen Schule. Man hätte versuchen können, die Uhr danach zu stellen, wann der erste dämliche Artikel dazu in den Online-Medien erscheint, aber wahrscheinlich wäre man gar nicht schnell genug gewesen. Mein persönlicher Top-Treffer diesbezüglich blieb dann Anne Seith und Matthias Bartsch vorbehalten, die doch tatsächlich schreiben:

“Besonders erschütternd ist, dass Florian K. es gezielt auf seinen früheren Lehrer abgesehen hatte”. (Quelle)

Was soll daran “besonders erschütternd” sein? Ist es aus heutiger Logik nicht eher “beruhigend”? Die Tat von Ludwigshafen wird damit zu einem Mord an einer einzelnen Person aus Rachemotiven (zumindest nach bisherigem, veröffentlichten Ermittlungsstand) und nicht zu einem misanthropischen Schlachtbacchanal. Auch der ausbleibende Suizidversuch des Täters lässt einen direkten Vergleich mit vergangenen Ereignissen nicht zu. Ich hatte keine Lust, die Berichterstattung diesbezüglich weiter zu verfolgen. Dennoch habe ich den Eindruck, dass man diesmal einen gewissen Bogen um das Wort “Amoklauf” gemacht hat - zu Recht, wie ich finde.
Natürlich gibt’s auch wesentlich erfreulichere Dinge, mit denen man sich auseinandersetzen kann. Ich komme hier abermals auf Runes of Magic zu sprechen. Wie ich ja bereits letztens schon angemerkt habe, gibt’s bei dem MMORPG derzeit ein paar Problemchen. Subjektiv werden es insgesamt immer mehr, auch wenn die wirklich akut schlimme Phase nach dem letzten größeren Patch derzeit wieder deutlich abgeklungen ist. Macht aber nichts: die Entwickler basteln bereits an dem nächsten großen Patch und wollen damit das dritte Kapitel namens “The Elder Kingdoms” einführen - neue Probleme sehr wahrscheinlich inbegriffen. Nach dem heutigen Stand braucht man für so eine Voraussage kein Horoskop. So oder so ist und bleibt Runes of Magic ein sehr interessanter Zeitvertreib, bei dem man mitunter darauf achten muss, nicht zu viel Zeit in den virtuellen Ländern Taboreas zu verbringen. Gildenintern zeigen sich dafür doch schon deutliche Anzeichen (Achtung, insider-Alarm. *g*):

  • Man steht bei Deichmann und stellt fest: “Hmm, die Loots sind ja alle clean, aber Über-Dura haben die nicht.”
  • Man steht zu dritt vor C&A und brüllt: “Uguda! Komm’ raus!”
  • Man braucht keine Uhr mehr, sondern orientiert sich am zweistündig erfolgenden Reconnect des Teamspeak-Servers.


  • Das war’s erstmal mit dem kleinen Rundumschlag. Ich hoffe, es hat soweit gefallen und ich bedanke mich für’s Lesen und Dranbleiben. Denkt an die Feeds, um auch in Zukunft keinen Artikel zu verpassen. Ich werde zusehen, dass hier wieder Leben ‘reinkommt. :-)

    Thema: Computer & Internet, Freizeit, Gesellschaft, Kultur, Medien | Kommentare (1) | Autor: Martin

    Nazis am 28.11. in Recklinghausen? - Teil 4

    Dienstag, 24. November 2009 16:00

    Wir befinden uns eindeutig in der “heißen Phase” vor den Geschehnissen am 27. und 28. November in Recklinghausen. Links wie rechts wird mobilisiert, die bürgerlichen Kräfte koordinieren letzte Details ihrer Gegenmaßnahmen und in der Lokalpresse finden sich vermehrt entsprechende Artikel.

    Stimberg Zeitung: Mit kultureller Vielfalt gegen Nazis

    Dattelner Morgenpost: Polizei prüft verteilte Rechtsrock-CD

    DerWesten: Breites Bündnis gegen Rechts steht

    mobim: mobim-analyse: “Nationaler Sozialismus” [zur Demo in Recklinghausen]

    Thema: Gesellschaft, Politik, Region | Kommentare (0) | Autor: Martin

    Nazis am 28.11. in Recklinghausen? - Teil 3

    Freitag, 6. November 2009 17:13

    Nach der Antifa und anderen linken Gruppierungen reagieren nun auch bürgerlich-gemäßigte Kräfte in Recklinghausen auf die angekündigte Neonazi-Demo am 28. November. Der Online-Ausgabe der Recklinghäuser Zeitung sind derzeit folgende Informationen zu entnehmen:

    “Der Koordinierungskreis für Toleranz und Zivilcourage wird am 28. November mit einer eigenen Mahn- und Kulturveranstaltung vor dem Ehrenmal am Lohtor ein Zeichen setzen.
    Damit reagieren die demokratischen Kräfte in der Stadt auf den für den gleichen Tag angekündigten Aufmarsch von Neonazis. ‘Wir wollen ein sichtbares Zeichen setzen, dabei aber jede Art von Gewalt vermeiden’, erklärte Bürgermeister Wolfgang Pantförder im Gespräch mit der RECKLINGHÄUSER ZEITUNG. Von 10 bis 14 Uhr wird vor dem Ehrenmal am Lohtor ein Mahnfeuer brennen, ein Kulturprogramm mit Lesungen und Musik soll von Schülern aber auch von Mitgliedern der Jüdischen Kultusgemeinde gestaltet werden. Die Polizei nahm mit zwei Vertretern an der Sitzung des Koordinierungskreises teil und informierte über den Aufmarsch der Neonazis. Deren Route werde nur an einer Stelle den Wallring streifen, ansonsten die Altstadt nicht tangieren. Im Präsidium rechnet man mit 75 bis 150 Mitgliedern der rechten Szene, die sich an den Marsch beteiligen werden. Einzelheiten der Veranstaltung werden in den nächsten Tagen in sogenannten Abstimmungsgesprächen festlegen.” (Quelle)

    Thema: Gesellschaft, Politik, Region | Kommentare (2) | Autor: Martin

    Nazis am 28.11. in Recklinghausen? - Teil 2

    Mittwoch, 4. November 2009 0:30

    Es tut sich was am Wiederstandshimmel. Wie bereits berichtet, wollen Neonazis wohl am 28.11. durch Recklinghausen marschieren. Ich habe in den letzten Tagen die Online-Ausgaben der hiesigen Zeitungen beobachtet; dabei kam mir aber keine diesbezüglich aktualisierte Berichterstattung unter. Vorhin stoß ich zufällig über Twitter auf eine erste Gegenaktion.
    Dort verweist “AntifaNews” kurz auf eine geplante Gegendemo der “Offenen Antifa Recklinghausen“. Besagte Aktion soll am Vorabend der rechten Demo ab 18 Uhr steigen. Weitere Informationen - z.B. zur rechtlichen Lage (Stichwort “Anmeldung” bzw. “Genehmigung”) oder zum genauen Treffpunkt - konnte ich beim Überfliegen nicht finden.
    Eines fand ich aber doch; nämlich das Motto recht fragwürdig. “Weder Arbeit, Brot noch Freiheit - ‘modernen’ Nationalsozialismus bekämpfen!” lautet das Motto der Linken. Die OAR stößt damit leider in das allgemein klägliche Rohr antifaschistischer Plumpreaktionen. Die politische Verblendung scheint beide Seiten in ihrer reaktiven Kreativität allgemein ungemein einzuschränken.
    Ich persönlich bin gespannt, was die bürgerlichen Kräfte in Recklinghausen auf die Beine gestellt bekommen. Und vielleicht kommt ja auch aus den kreisangehörigen Städten etwas Unterstützung. Derzeit wünsche ich mir aber vor allem mehr Informationen, z.B. über das auch schon angesprochene Koordinationsgespräch und die letztliche Erlaubnis bzw. das Verbot der Nazi-Demo.

    Thema: Gesellschaft, Politik | Kommentare (0) | Autor: Martin

    Nazis am 28.11. in Recklinghausen?

    Donnerstag, 15. Oktober 2009 16:52

    Mit Schrecken musste ich heute der Online-Ausgabe der Recklinghäuser Zeitung entnehmen, dass am 28.11. Neonazis in Recklinghausen demonstrieren wollen. Dies wurde auf Anfrage der RZ von einem Sprecher der Polizei Recklinghausen bestätigt, der allerdings auch mitteilte, dass das Kooperationsgespräch zwischen Antragsteller und Ordnungsbehörden noch nicht stattgefunden hat und somit bisher keine weiteren Informationen vorliegen.
    Unter dem lächerlichen Motto “Für ein Recht auf Zukunft – Arbeit, Freiheit, Brot durch nationalen Sozialismus!” wollen die Braunen wahrscheinlich vom alten Busbahnhof losmarschieren. Diverse Recklinghäuser Politiker haben bereits dazu aufgerufen, die geplante Demonstration mit allen rechtlich möglichen Mitteln zu verhindern und fordern ein Verbot der Veranstaltung am 28. November.
    Knapp sechs Wochen stehen dafür nun noch zur Verfügung. Mit Spannung dürften die Ergebnisse des erwähnten Abstimmungsgesprächs erwartet werden. Grade der sich hieraus für Polizei und Ordnungsamt ergebende Eindruck dürfte für ein mögliches Verbot der Demonstration entscheidend sein.

    DerWesten: Nazis planen Demo in Recklinghausen

    Thema: Gesellschaft, Politik, Region | Kommentare (1) | Autor: Martin