Sonntag, 27. September 2009 22:04
Es war zu befürchten und irgendwie war es auch abzusehen. Die Selbstzersetzung der ehemals großen Volkspartei SPD nimmt eine weitere Hürde, schlägt ein ganz neues Kapitel auf: das niedrigste Nachkriegsergebnis und damit schlicht und einfach das schlechteste Ergebnis aller (relevanten) Zeiten. Das Ergebnis der Bundestagswahl 2009 setzt für mich als Kind der 80er Jahre den typischen Trend fort: auf gehobenem Level wird alles schlimmer und auch politische Hoffnung schwindet mehr und mehr.
Man fragt sich, wie dieser politische Albtraum zustande kommen konnte. Und ich persönlich gewinne den Eindruck, dass es defiinitiv nicht an der Programmatik der Christdemokraten gelegen haben kann. Die wurde in Merkels “Kuschelwahlkampf” nämlich nur äußerst spärlich kommuniziert. Es ist daher zu hinterfragen, inwiefern der schwarz-gelbe Erfolg auch aus bloßer Alternativlosigkeit resultiert haben mag.
Aber was hat “man” sich da nun eigentlich als zukünftige Regierung gewählt? Sieht man sich das Ergebnis der Bundestagswahl an, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass ein signifikanter Teil der Wahlberechtigten unfähig ist, eine Assoziation zwischen der aktuellen Bankenkrise und einer Wirtschaftspolitik der FDP zu konstruieren. Noch mehr muss man aber den Kopf schütteln, wenn es um das Ergebnis der CDU geht. Wie können Studiengebühren, der durch die zunehmende Zersetzung der (digitalen) Privatsphäre kommunizierte Generalverdacht und ähnliche Vorhaben, gepaart mit reaktionären Forderungn wie dem Einsatz der Bundeswehr im Innern in einer heutigen Gesellschaft solche Zustimmung finden?
Machste nix. Aber schauen wir nach vorne! Wie kann diese bigotte Zersetzung von Politik und Gesellschaft alsbald aufgehalten werden? Sagen wir es einfach: trotz all dem Schwachsinn, die sich die “Genossen” in letzter Zeit geleistet haben, braucht man eine starke SPD. Und allein schon diese Voraussetzung wiegt in den benötigten Anstrengungen schwer. Die Abwanderungn von links nach LINKS machen sich deutlich bemerkbar - und trotzdem könnte Rot-Rot-Grün dem schwarz-gelben Nemesis nicht das Wasser reichen.
Es bedarf einer dringenden Rückbesinnung auf sozialdemokratische Grundsätze abseits großkoalitonärer Machtgier! Es bedarf sozialdemokratischer Poltiker, die selbst und selbstständig denken; keine Abnicker und Internetausdrucker! Es bedarf letztlich eines klaren und gut kommunizierten Grundkonzepts auf bundesweiter Parteiebene.
Aber letztlich, lieber Wähler, bedarf es vor allem einer ganz bestimmten Sache: Deines Verstandes! Oder: hätte es bedurft… Womit jetzt nicht gesagt sein soll, dass der erstmal wieder vier Jahre schlafen darf! Konstruktiver Widerstand - das scheint das Gebot der Stunde zu sein. Oder anders: Deutschland brennt!